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i149: Ablehnung des Sponsorings durch speakfree inc. (auf speakfree begrenzt)



0 Enthaltung2 Ja, Alternativstimme3 Nein5 Ja, Erststimme

Angenommen

7Ja70%Ja
0Enthaltung0%Enthaltung
3Nein30%Nein

Ablehnung des Sponsorings durch speakfree inc. (auf speakfree begrenzt)

Das angebotene Sponsoring durch speakfree inc., welches aus finanziellen oder materiellen Spenden besteht wird abgelehnt.

Speakfree inc. hat speakfree kreiert, eine App, mit der man mit anderen Nutzern in seinem lokalen Umkreis chatten kann. Die App kann somit nuetzlich sein fuer Fluechtlinge, die mit anderen Fluechtlingen in Kontakt treten wollen, oder lokale Informationen brauchen.

Begruendung

1. Flyer/Plakate

Die Gegenleistung beinhaltet die Verpflichtung, Sticker auf den Geraeten anzubringen und (sofern moeglich) Flyer bzw. Plakate am Standort auszulegen.

1.1 Freifunk Muenchen sollte am Standort nicht mit Speakfree inc. verwechselt werden

Gerade die Flyer/Plakate sind dadurch ein Problemfaktor, dass die Trennung zwischen Freifunk selbst und Freifunk inc. nichtmehr gewaehrleistet werden kann. Es wird der Eindruck erweckt, die gesamte Infrastruktur waere von Speakfree inc. gesponsort, verdeckt damit

a) die tatsaechliche Arbeit, die in den Standort geflossen ist

  • Organisation des Standorts
  • Aufbau des Netzes vor Ort
  • Aufbau des Freifunk Muenchen Netzes allgemein

b) dass nicht alle Hardware von Speakfree inc. am Standort gesponsort wurde, sondern auch private Freifunker Hardware verwendet wird

1.2 Freifunk Muenchen sollte am Standort nicht den Eindruck erwecken ein Produkt zu bevorzugen

Wird das Netz als Freifunk wahrgenommen, koennen Flyer/Plakate den Eindruck erwecken, dass Freifunk Speakfree unterstuetzt, fuer gut befindet oder womoeglich noch bewerben moechte. Diese Ansicht waere irrefuehrend, da Freifunk Muenchen weder Speakfree gereviewed noch mit anderen verglichen oder die dahinterstehende Firma untersucht hat. Das ist auch nicht die Aufgabe von Freifunk Muenchen, somit ist die Anforderung nicht umsetzbar.

2. Speakfree

2.1 Speakfree App

2.1.1 Closed Source

Die Speakfree App ist closed source, sie ist somit nicht fuer Reviews zugaenglich. Dies ist kein Gegenargument per se - Entgangener Profit durch eigene Server ist nicht im Interesse einer Firma - hinterlaesst aber in Bezug auf Datensparsamkeit, die angepriesene Anonymitaet und die folgenden Argumente einen bitteren Beigeschmack.

2.1.2 USA basiert

Speakfree inc. hat seinen Hauptsitz in den USA. Es gilt somit US amerikanisches Datenschutzunrecht und definitiv niemals nie unrechtmaessig ausgenutzte Lawful Interception Schnittstellen muessen bereitgestellt werden.

2.2 Speakfree inc.

Speakfree inc. ist die Firma hinter der Speakfree App. Klassische Unternehmensziele einer Firma sind zu beachten.

2.2.1 Humanitaere Hilfe oder Investment in das eigene Produkt

Laut Playstore ( https://play.google.com/store/apps/details?id=com.tickrapp.speakfree ) hat Speakfree derzeit 10.000-50.000 Installationen. Laut dem verlinkten SZ Artikel der Hauptinitiative, streben Entwickler der App 100.000 Nutzer pro Tag an und damit monatliche Kosten von 20.000 Euro.

"""Doch es ist nicht nur unbezahlte Arbeitszeit, die die virtuellen Flüchtlingshelfer aufwenden. Es fallen Kosten an, um Domains zu kaufen, Server zu betreiben, für die Wartung. Amon rechnet vor, dass allein der Serverbetrieb bei 100 000 Nutzern pro Tag monatlich etwa 20 000 Euro kostet. Noch ist Speakfree längst nicht so groß, aber die Zahlen sind durchaus realistisch.""" ( https://www.sueddeutsche.de/digital/apps-fuer-fluechtlinge-ploetzlich-philanthrop-1.2738021 )

Das Sponsoring kann somit von Geldgebern (welche andere Motive als Entwickler haben) als ein sehr lukratives Investment in die Nutzerzahlen gesehen werden und ignoriert den Humanitaeren Faktor.

2.2.2 Reinholen der Kosten

Speakfree ist gratis, die angesprochenen Kosten und auch die Kosten des Sponsorings muessen wohl oder uebel wieder eingenommen werden. Wie dies geschieht, ist fuer Freifunk Muenchen nicht ersichtlich und auch langfristig nicht einzusehen. Ein reinholen der Kosten auf dem Ruecken von Fluechtlingen waere nicht mit Freifunk Muenchen Prinzipien vereinbar.

3. Unverhaeltnismaessig der Dauer

Die Dauer der Sponsoring Nennung auf der Freifunk Muenchen Seite (Bis Ende 2016, somit 1 Jahr) ist unverhaeltnismaessig lang, dafuer dass es eine einmalige Spende ist, die wiedeurm nicht die Arbeit des Umsetzens beinhaltet.

4. Fehlende Exit-Strategie

Sollte sich herausstellen, dass die Motive von Speakfree inc. absolut nicht vereinbar mit Freifunk Muenchen sind, ist die Exit-Strategie nicht klar. Die Frage kommt auf, ob das entfernen des Logos auf der Webseite bedeuten wuerde, dass auch Hardware/Geld zurueckgegeben werden muss.

5. Schlusswort/Kaeuflichkeit

5.1 Geld bzw. Sachsponsoring

Geld bzw. Sachsponsoring mit Gegenleistung der Werbung sind stets Problematisch und mit Vorsicht zu geniessen. Diese Arten des Sponsorings sind fuer den Sponsor sehr einfach, schlussendlich ist es lediglich ein Geldinvestment. Bereits fuer dieses Investment wird die Werbung durch den Freifunk Muenchen verlangt. Welche Arbeiten noch zu tun sind, bevor ein positiver Effekt bei den Nutzern aufkommt, wird somit in den Hintergrund gedraengt.

5.2 Servicesponsoring

Servicesponsoring wiederum endet meist mit dem Ende der Nutzung des Services. Dies ist somit auch die Exit-Strategie, sollte sich herausstellen, dass die Motive des Sponsors absolut nicht vereinbar sind mit den Prinzipien von Freifunk Muenchen.

5.3 Schlussfolgerung

Aus diesem Grund muss mit der angebotenen Art des Sponsorings sehr vorsichtig umgegangen werden. Ist der Werbeanteil zu gross, oeffnet man sich zu sehr der Kaeuflichkeit. Diese Initiative sieht diese Problematik im angebotenen Sponsoring als zu gross an, um mit den Freifunk Muenchen Prinzipien vereinbar zu sein.

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